Kompostieren - so geht’s

Kompost = Wertstoff,
er versorgt den Boden mit Humus und Nährstoffen, verbessert die Bodenfruchtbarkeit und damit das Wachstum und den Ertrag.

Vieles wird wieder zu Erde!
Mutter Natur hat keinen unnützen "Abfall". Alles, was im Laufe eines Vegetationsjahres abfällt, ist ein Teil im großen Kreislauf der Natur: Welke Blumen und Blätter, vertrocknete Zweige, eingetrocknete Stängel. Diese organische Masse wird langsam wieder zu Erde, sprich mineralisiert, in der neue Pflanzen wachsen können. Ohne die ständige Erneuerung des Bodens, könnte unser Ökosystem nicht funktionieren. Im Garten können wir selbst etwas für die Umwelt tun.

Wie entsteht Kompost?
Zunächst werden die organischen Abfälle gesammelt und danach verarbeitet. Das Rohmaterial sollte zunächst zerkleinert werden. Im kleinen Rahmen geschieht das mit Schere und Spaten oder bei größeren Mengen mit einem Schredder oder Häcksler. Je besser alles zerfasert ist, desto rascher verläuft die Umsetzung zu Humus! Es empfiehlt sich, gröberes mit feinerem, trockenes mit feuchtem und feste mit weichen Stoffen zu vermischen. Somit erhält man ein lockeres Gemisch, das beste Voraussetzungen für ein harmonische Rotte schafft. Ob Kompost in Mieten oder Behältern reift, macht keinen großen Unterschied. Der Kompostplatz sollte in drei Teile aufgeteilt werden, wobei ein Abschnitt zum Sammeln der frischen Abfälle dient, die dann in die jeweils anderen Abschnitte umgesetzt werden. In jedem Fall sollte der Komposthaufen vor starker Sonneneinstrahlung und Austrocknung geschützt werden. Außerdem muß er direkten Kontakt zum Boden haben, damit die Bodenlebewesen einwandern können.

Ein Blick in das Innere
In einer Kompostmiete laufen, bei richtigen Bedingungen, erstaunliche Prozesse ab. Milliarden von Mikroorganismen und kleine Bodentiere beginnen damit, die verrottbaren Abfälle in wertvollen Humus umzusetzen. Hierbei benötigen sie reichlich Sauerstoff und Feuchtigkeit. Diese Umsetzung in Humus läuft in 2 Stufen ab. In den ersten Tagen und Wochen vermehren sich die Bodenlebewesen sehr rasch. Durch die Erwärmung des Kompostes entstehen Temperaturen von 50-70° C, bei denen Krankheitskeime und Unkrautsamen weitgehend abgetötet werden.
Nach dieser sogenannten Heißrottephase kommt es zu einer Abkühlung der Miete, jetzt wird umgesetzt und damit belüftet. Nun gesellen sich weitere Bodentiere und Regenwürmer hinzu, die sich bei der Nachrotte an der Umsetzung der organischen Substanzen beteiligen.
Nur dort, wo die unsichtbaren "Erdarbeiter", gesunde Lebensbedingungen vorfinden, produzieren sie auch guten Humus.

Wann ist der Kompost fertig?
Die Aktivität der Organismen und damit die Dauer der Rotte sind von Temperatur und Feuchte, Menge und Art der kompostierten Abfälle abhängig. Kompost sollte nicht zu lange lagern, denn hierbei können Nährstoffverluste entstehen. Frischkompost kann bereits nach 3-4 Monaten als Abdeckung ausgebracht werden. Reifkompost erhält man nach ca. einem Jahr. Er ist zum Einarbeiten und für empfindlichere Pflanzen geeignet.

Wieviel Kompost wird benötigt?
Dem Gartenboden werden innerhalb eines Jahres fortwährend Nährstoffe und Substanzen entzogen, die man nachreichen sollte. Dieser Bedarf kann durch Kompost gedeckt werden, bei einer Fläche von 100 qm (1 Ar) ist eine jährliche Kompostmenge von etwa 1 cbm (1000 Ltr.) notwendig. Damit erübrigt sich dann weitgehend der Zukauf von Düngern und Bodenverbesserungsmitteln.

Wie wird Kompost verwendet?
Kompost kann ganzjährig im gesamten Garten ausgebracht werden. Nicht nur die Gemüsebeete versorgt man mit Kompost, sondern auch Stauden- und Blumenbeete, Rosen, Beeren- u. Ziersträucher, Hecken, Zier- und Obstbäume. Einzige Ausnahme sind Moorbeetpflanzen, die einen sehr niedrigen Säuregrad (pH-Wert) im Boden benötigen.
Siebt man den Kompost fein ab, lassen sich damit sogar Rasenflächen düngen. Vor der Ausbringung sollte der Boden etwas gelockert sein. Danach wird der Kompost, je nach Vorrat 2-5 cm dick aufgetragen und leicht in die Oberfläche eingeharkt, nicht in tiefere Schichten vergraben. Es genügt, wenn eine lockere Kontaktzone zum Gartenboden entsteht.
Das ganze Jahr kann man Frischkompost als Mulchmaterial verwenden. Die Mulchdecke schützt die Bodenoberfläche vor dem Austrocknen und verhindert, dass sie bei starkem Regen verschlämmt. Die Keimung von Unkrautsamen vermindert sich, trotzdem auflaufende Sämlinge lassen sich bedeutend leichter jäten. Im Herbst oder Winter ausgebracht, dient die Abdeckung als Frostschutz.
Reifekompost wird am besten, ähnlich wie Dünger, zu den Hauptwachstumszeiten (Frühjahr und Sommer) ausgebracht.
Kompost hat einen hohen Nährstoffgehalt, er ist als Düngemittel anzusehen, das evt. nur noch eine Nährstoffergänzung benötigt. Aus diesem Grunde darf er nicht unvermischt als Pflanzerde Verwendung finden, sondern muß mit Gartenerde oder anderen Zuschlagstoffen aufbereitet werden.

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